Workshop und Öffentliche Probe der Gruppe „Gelewêj“ am 24.11.2018 in der Kreuzkirche Celle

 

Vor zahlreichen Besuchern zeigte die Künstlergruppe „Gelewêj – Morgenstern“ die Ergebnisse ihrer harten Arbeit vor einem fachkundigen Publikum. Neben der musikalischen Aufführung erzählten die Künstler die Geschichte ihrer Musik und die Bedeutung der Lieder. Thema der Probe war das Abstimmen orientalischer und westlicher Musikinstrumente auf die jeweils unterschiedliche Musiktradition. Die Zuschauer folgten begeistert der Aufführung. Dabei war die Kreuzkirche ein passender Ort, der die Musik gut wirken liess.

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Herausforderung Ölmalerei
An drei aufeinander folgenden Sonntagen im Oktober 2018 hat der Maler Günter Thomaschek einen Grundkurs in Ölmalerei mit sieben Teilnehmern durchgeführt. Dies war eine bunte Gruppe aus Künstlern verschiedener Mal-Richtungen, Alters, Geschlecht und Kunsttraditionen. Für alle war das Arbeiten mit Öl recht neu. Sie hatten Erfahrung in Aquarell- oder Acryl-Malerei, in skulpturaler Gestaltung und im Arbeiten mit unterschiedlichen Materialien. Jetzt aber verhielten sich die Öl-Materialien anders und die Farben strahlten eine neue Wirkung aufeinander aus. „Ich komme mir wie ein Anfänger der malenden Künste vor im Umgang mit den Ölfarben“, meinte einer der erfahrenen Teilnehmer des Kurses. Alle Teilnehmer waren am Ende sehr froh, dass sie an diesem Kurs teilgenommen haben. „Ich brauchte mal wieder einen neuen Input für meine Technik des Malens. Dabei hat mir diese Übung sehr geholfen“, sagte Wilfried Wülker.

Der künstlerisch ausgebildete Maler Günter Thomaschek hat nicht nur einen Malkurs gegeben. Er hat auch eingeführt in die Historie der Ölmalerei und die Eigenschaften der Technik der Ölmalerei erläutert. Das wurde ergänzt um praktische Übungen zum Mischen von Farben und Erläuterungen zu den Eigenschaften der Ölfarben. Natürlich gab es auch praktische Anleitung beim Anfertigen eines Motives. Zum Abschluss des Kurses erhielt jeder Teilnehmer ein Zertifikat.

Es ist zudem gelungen, eine bunte Besetzung der Teilnehmer zu erreichen zwischen unseren Mitgliedern des atelier 22 e.V. und neu nach Celle gekommenen Menschen mit Migrationshintergrund. Erfolgreich wurde in dem Malkurs ein Austausch zwischen unterschiedlichen Maltraditionen und -kulturen praktiziert. Zudem hat Günter Thomaschek am Ende des Ölmalkurses eine Besichtigung der Ateliers des Hauses mit Führungen und Erklärungen der Künstler organisieren, die dort ihr Atelier haben.
Bei den Teilnehmern, wie auch dem Kursleiter, hat diese Art der Malgruppe, „Lust auf mehr“ gemacht. Es wurde bereits abgesprochen, diese Art des Malens in der Gruppe fortzusetzen.

"Immer wieder Sonntags trafen sich 6 Künstler im atelier 22 zu einem Grundkurs in Ölmalerei. Jeweils 3 Stunden an 3 Sonntagen im Oktober hatten wir das Vergnügen, unter der großartigen Anleitung von Günter Thomaschek, einem bekannten Maler sowohl Lerninhalte in der Theorie als auch in der Praxis kennen zu lernen. Wir waren eine bunte Truppe. Mitglieder aus dem atelier 22 und Menschen mit Migrationshintergrund, die neu nach Celle gekommen sind.
Am Ende konnten wir uns ein Motiv aussuchen und dieses dann auf einer grundierten Malpappe umsetzen. Alle haben sich große Mühe gegeben und hatten einen Riesen Spaß. Am Schluss bekamen wir Teilnehmer ein Zertifikat von unserem großartigen Dozenten Günter Thomaschek. Danke dafür. Alsbald gerne wieder."
Günter Engling


Die Gruppe Gelewêj – Morgenstern auf dem Brandplatzfest 2018

Mit erweiterter Besetzung und neuen Songs trat am Sonntag die Gruppe Gelewêj in Celle auf. (Foto v.l.: Hans-Peter Binder, Mustafa Jojak, Adnan Horo, Hevi Yusef, Ulli Hollmann und Wolfgang Decker.) Vor etwa 100 Besucher präsentierte sie sich mit neuem Repertoire und eigenen Kompositionen aus einer Mischung von orientalischer und westlicher Musik. Unter dem Motto Altstadt Celle neu denken traten verschiedene Gruppen auf, begrüsst von den Organisatorinnen Meggie Hönig und Georgia Langhans.

 

Ihren ersten grossen Auftritt hatte Gelewêj in Celle am 17. Mai in Halle 19 des Schlosstheaters. Inzwischen sind die Zahl der Künstler und ihr Repertoire gewachsen. Sie spielen bekannte Songs und eigene Kompositionen aus einer Mischung von verschiedenen Kulturen. Die werden mit Instrumentalmusik aus unterschiedlichen Kulturen begleitet sowie in verschiedenen Sprachen (Englisch, Deutsch, Arabisch und Kurdisch) interpretiert.

 

Die kulturelle Mischung kommt beim Publikum gut an. „Wir wollen mit unserer Musik noch bunter werden und planen weitere öffentliche Auftritte“, sagt Adnan Horo. „Wir spielen eine Musik ohne Grenzen“, ist sein Motto.


Gespräch mit dem syrischen Künstler Faisal Al Hasan

Zivilisation im Wandel in Faisals Bildern – Versuch einer Deutung

 Das Gespräch führte die Kunsthistorikerin Meggie Hönig am 16.08.2018 im atelier 22 e.V.

 

Zu dem Gespräch waren etwa 40 sehr interessierte Besucherinnen und Besucher gekommen, die das Gespräch mit dem Künstler suchten. Der Künstler Faisal Al Hasan ist als Folge des Bürgerkriegs aus Syrien geflohen und lebt seit 2016 in Deutschland. In seinen Bildern reflektiert er seinen Widerstand gegen autoritäre Herrschaft und ausländische Einmischung in seinem Land gleichermassen. Dabei nutzt er die Ausdruckskraft sumerischer und assyrischer Stile, die er mit surrealistischen und kubistischen Elementen verschränkt.

 

In dem Gespräch wollte die Kunsthistorikerin Meggie Hönig wissen, wen Faisal mit seiner Kunst erreichen kann: Wenn wir von Syrien hören oder lesen, dann sind es meist nur noch vage Beschreibungen eines immer unübersichtlicher gewordenen Kriegsgeschehens in der Ferne. Überhaupt, Terror und Krieg überall, Rechte, Linke und religiöse Gewalt, Hunger, Armut, Ausbeutung und Machtkämpfe … Glaubst du, dass Künstler in dieser katastrophenübersättigten Welt jemanden überhaupt noch mit dieser Thematik erreichen können? Leider hatten wir vom atelier 22 e.V. keine ausreichend ausgebildeten Übersetzer zur Verfügung stellen können. Daher entwickelte sich die Diskussion zu diesem entscheidenden Thema nicht und drohte in eine Diskussion zwischen den Übersetzern abzugleiten.

 

Sehr viel lebhafter wurde das Gespräch, als der Künstler über vier seiner ausgestellten Werke sprach. Er erläuterte zunächst den Gegenstand seiner Werke – wer und was ist dargestellt, da dies aufgrund des verfremdeten Malstils oder der kulturbezogenen Symbolik sich nicht selbsterklärend erschliesst. Und er ging dann auf die Deutung des Inhaltes der Bilder ein. Diese haben sowohl einen Bezug auf die aktuellen Kämpfe in Syrien, als aber auch auf die Entwicklung der Gesellschaften in anderen Ländern oder der menschlichen Zivilisation allgemein. Dabei wurde deutlich, dass Faisal sich bewusst ist, dass seine gezeigten Werke Betrachter ausserhalb des arabischen Raums anders berührt als in Syrien. Uns Außenstehenden fehlt die Betroffenheit.

 

Meggie Hönig griff diese Thematik auf mit dem Hinweis auf verschiedene Foren, die aktuelle syrische Kunst der Öffentlichkeit zeigen. Oft lautet die Kritik: Die (aktuelle syrische) Kunst sei „aus der Zeit gefallen“. Und in der Tat unterscheidet sich die Mal- und Ausdrucksweise der syrischen Künstler doch ziemlich grundlegend von der zeitgenössischen Kunst aus unseren Landen. Sie wagte den Hinweis auf Picassos „Guernica“, woran sich viele Betrachter bei einigen deiner (Faisals) Bilder sofort erinnern, (in denen) steckt das Grauen des Krieges. Die entscheidende Frage ist noch zu beantworten, ist Faisals Kunst das Abbild einer erschütterten Seele, oder brauchen wir die brutale Darstellung einer zerstörten Wirklichkeit um sie für uns erträglicher zu machen?

 

Jürgen Henke

atelier 22 e.V.

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Cellesche Zeitung Bericht 30.07.2018
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Cellesche Zeitung Bericht 18.08.2018
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Kulturelle Integration - atelier22 e.V.

Information zu den Projekten Kulturelle Integration

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur MWK fördert Projekte des atelier 22 zur kulturellen Integration mit 30.000 Euro.

Das Programm zur kulturellen Integration soll Menschen mit Fluchterfahrung gesellschaftlich vernetzen helfen und hier lebenden Bürgern deren Kulturen zugängig machen. Dabei sollen kulturelle Angebote entwickelt werden, die nicht nur dem eigenen Kulturkreis entstammen, sondern auch das Interesse und die Teilnahme der jeweils anderen Gruppe fördern.

 

Vorgeschlagen ist ein Programm von Massnahmen, das geflüchtete Kulturschaffende in Celle und aus dem gesamten Kreis Celle anspricht. Dabei soll eine neue Diversität in bestehenden Kulturinitiativen angestossen, oder gar zusätzliche interkulturelle Projekte in Themengruppen und Workshops erprobt werden. Die Umsetzung wird noch bis April 2019 gehen. Besonderes Interesse wird in den Projekten auf den Austausch unterschiedlicher Stilrichtungen und die Herausbildung eines eigenständigen Charakters der Musik, Malerei oder anderer künstlerischer Ausdrucksformen der kulturellen Gruppen gelegt.

 

Die Arbeitsbereiche umfassen Themen wie Übungen in verschiedenen Maltechniken, bei unterschiedlicher Professionalität oder in gemischten Altersgruppen; bildhauerische Workshops mit verschiedenen Materialien; Fotografie und Bildbearbeitung mit Jugendlichen; Workshops mit Musik und Tanz aus unterschiedlichen Stilrichtungen; ein öffentlicher gemeinsamer musikalischer Event; Ausstellung von Kunstwerken und Kuratoren- und Künstlergespräche zu Kunst im kulturellen Wandel, einschliesslich Besuch von Ausstellungen zu angesprochenen Themen. Diese Arbeit wird begleitet von einem Volontariat im Kulturmanagement.

Am Ende dieser Projektphase soll die realistische Chance bestehen, dass sich eine interkulturelle Künstlergruppe gebildet hat, die in bestehenden Kulturinitiativen auftritt. Sie wird getragen werden von Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Herkunft, die sowohl bisher interessierte als auch neue Zuschauer verschiedener Kulturen anzieht.

 

Wenn Sie mitmachen oder selbst Ideen zu einem der genannten Arbeitsbereiche einbringen wollen, schreiben Sie uns an info@atelier22-celle.de oder atelier22-projekt@outlook.com

 

Kontakt: Jürgen Henke