Jussuf Abbo (1888-1953)

Genia Jonas: Portrait Jussuf Abbo, 1926 aus dem Nachlass Jussuf Abbo, Brighton/UK
Genia Jonas: Portrait Jussuf Abbo, 1926 aus dem Nachlass Jussuf Abbo, Brighton/UK

Jussuf Abbo wurde um 1888 in Safed / Palästina geboren. Seine Eltern waren Bauern jüdischen Glaubens. Er arbeitet für kurze Zeit als Steinmetz an Bauarbeiten auf dem Ölberg in Jerusalem, wo der preußische Hofbaumeister Otto Hoffmann auf ihn aufmerksam wird und ihn für ein Studium in Berlin empfiehlt. Um 1911 geht Jussuf Abbo nach Berlin, wo er zwischen 1912 und 1918 Bildhauerei studiert.

 

Er wurde in den 1920er Jahren eine bekannte Künstler-Persönlichkeit in der Berliner Kulturszene, die sein extravagantes Auftreten in der Öffentlichkeit pflegte. So war bekannt, daß er sich in seinem großen Atelier in Berlin ein Beduinenzelt aufgebaut hatte, in dem er auch zu übernachten pflegte. Seine Skulpturen und Zeichnungen wurden in einigen der etabliertesten Galerien seiner Zeit ausgestellt und von bekannten Kunstkritikern besprochen, wie u.a. von Paul Cassirer, Ferdinand Möller, Alfred Flechtheim, J.B. Neumann oder Herbert von Garvens. Seine Arbeiten wurden erworben von bedeutenden privaten Sammlern und staatlichen Museen in Berlin, Hannover, Chemnitz, Hamburg und Mannheim.

 

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird Jussuf Abbo seine jüdische Herkunft zum Verhängnis. 1935 flieht Jussuf Abbo mit seiner Frau Ruth Schulz, über Umwege nach London. Ein Neustart seiner Künstlerkarriere in England scheitert.1953 stirbt Jussuf Abbo mittellos und vergessen in London.